Nordirland-Austausch Februar 2026
Nordirland-Austausch 2026
Eine Woche lang tauschten wir unseren deutschen Schulalltag gegen das Leben in Nordirland ein. Gemeinsam mit unseren Lehrerinnen Frau Munro und Frau Krames reisten wir nach Lisburn, wo wir bei unseren Austauschpartnern und deren Familien untergebracht waren. Anders als bei vielen Austauschprogrammen trafen wir dort aber nicht auf völlig unbekannte Menschen: Unsere Austauschpartner waren zuvor bereits bei uns in Deutschland gewesen. Trotzdem fühlte sich das Wiedersehen nach einiger Zeit erst einmal ein bisschen ungewohnt an – umso besser, dass direkt am ersten Abend ein gemeinsamer Bowlingabend organisiert wurde.
Zwischen Strikes, sehr fragwürdigen Wurftechniken und viel Gelächter taute die Stimmung schnell wieder auf. Spätestens nach den ersten Gesprächen war klar: Auch wenn seit dem letzten Treffen einige Zeit vergangen war, verstanden wir uns immer noch genauso gut wie zuvor. Der Abend war der perfekte Start in die Woche und brachte die Gruppen schnell wieder näher zusammen.
Besonders spannend war für viele von uns der Besuch der nordirischen Schule. Dort wurde schnell deutlich, dass Schule in Nordirland in einigen Punkten ganz anders abläuft als bei uns. Natürlich fielen sofort die Schuluniformen auf, die dort ganz selbstverständlich getragen werden. Doch auch die Atmosphäre war eine andere. Morgens versammelten sich alle Schülerinnen und Schüler in der sogenannten „Assembly Hall“, wo der Direktor regelmäßig kleine Ansprachen hielt. Eine davon handelte von Vergebung, Zusammenhalt und davon, wie wichtig ein gutes Herz ist. Das wirkte überraschend persönlich und blieb vielen von uns in Erinnerung.
Insgesamt besuchten wir die Schule dreimal und konnten verschiedene Unterrichtsstunden erleben. Gleichzeitig merkten wir aber auch, dass Jugendliche am Ende überall ziemlich ähnlich sind – egal ob in Deutschland oder Nordirland. Nur der Akzent sorgte manchmal dafür, dass man innerlich kurz in Panik geraten ist, weil man dachte, plötzlich doch kein Englisch mehr zu können.
Natürlich standen auch viele Ausflüge auf dem Programm. Ein echtes Highlight war der Besuch des Giant’s Causeway. Die beeindruckenden Basaltsäulen direkt an der Küste sahen fast unrealistisch aus und boten perfekte Fotomotive – auch wenn der nordirische Wind dabei teilweise versucht hat, uns gleich mit ins Meer zu nehmen. Trotzdem war die Landschaft unglaublich beeindruckend und definitiv einer der Momente, die man so schnell nicht vergisst.
Auch Belfast lernten wir näher kennen. Dort besuchten wir unter anderem das Rathaus sowie das berühmte Titanic-Museum. Besonders das Titanic-Museum beeindruckte viele von uns, weil die Geschichte dort sehr modern und emotional dargestellt wurde. Man bekam einen guten Eindruck davon, welche große Bedeutung der Schiffbau früher für Belfast hatte.
Im Rathaus wurden wir sogar von der Bürgermeisterin freundlich empfangen. Danach nahmen wir an einem Workshop teil, bei dem wir traditionelle Filzkunst ausprobierten. Mit Schafwolle, Wasser und viel Geduld entstanden kleine Kunstwerke – oder zumindest kreative Versuche davon. Für viele war das eine völlig neue Erfahrung und gleichzeitig eine schöne Möglichkeit, nordirische Traditionen kennenzulernen.
Ein weiterer Höhepunkt der Woche war der Ausflug nach Dublin. Dort bekamen wir eine ganz besondere Stadtführung. Unser Guide zeigte uns nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern auch persönliche Orte und Geschichten aus seinem eigenen Leben in Dublin. Dadurch fühlte sich die Führung viel echter und persönlicher an als eine gewöhnliche Tour. Besonders in Erinnerung blieb, dass er uns am Ende mit einem irischen Song – etwas, womit vermutlich niemand gerechnet hatte, was die Führung aber gerade deshalb so besonders machte.
Am Wochenende verbrachten wir individuell Zeit mit unseren Gastfamilien. Genau diese Zeit war für viele besonders spannend, weil man den Alltag in Nordirland dadurch noch viel besser kennenlernen konnte. Manche machten Ausflüge, andere trafen Freunde oder verbrachten einfach gemeinsam Zeit zuhause. Gerade diese persönlichen Momente machten den Austausch so besonders, weil man das Land nicht nur als Tourist erlebt, sondern wirklich in den Alltag eintaucht.
Den Abschluss bildete die gemeinsame Farewell Night am letzten Abend. Dort kamen deutsche und nordirische Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte noch einmal zusammen. Es wurde viel geredet, gelacht und natürlich auch das ein oder andere Gruppenfoto gemacht. Gleichzeitig wurde vielen bewusst, wie schnell die Woche vergangen war.
Der Austausch nach Nordirland war für uns alle eine besondere Erfahrung. Wir konnten nicht nur unsere Englischkenntnisse verbessern, sondern auch neue Eindrücke sammeln, Unterschiede zwischen den Kulturen entdecken und viele schöne Erinnerungen mitnehmen. Vor allem zeigte die Woche aber, wie schnell aus einem Austausch echte Freundschaften entstehen können – selbst wenn ein paar sehr windige Tage am Giant’s Causeway dazugehören.
Momo Agner 10a



















