SchĂŒleraustausch GAPP 2010

Pueblo 2014 von Lukas Kobel

Wir besuchten vom 1. September 2014 bis zum 27. September, das Land der Grenzenlosen Möglichkeiten, Amerika. Zu Beginn waren meine GefĂŒhle gemischt, da einerseits ich mich sehr stark darauf gefreut habe nach Amerika zu reisen und meinen Austauschpartner wiederzusehen. Andererseits wollte ich meine Familie und Freunde nicht verlassen.

Aber angekommen in den USA waren meine Ängstesofort verflogen, denn ich wurde von Alex, meinem Austauschpartner und Peggy, meiner Gastmutter abgeholt und herzlich in die Familie aufgenommen.

Der erste Tag an der Centennial High School war anstrengend, da ich mich erst an den Schulbetrieb gewöhnen musste. Wir mussten z.B. nach jeder Stunde das Klassenzimmer wechseln  und hatten nur 4 min Zeit hatte um zum nĂ€chsten Klassenzimmer zu kommen, was teilweise relativ weit entfernt war. In der ersten Woche habe ich meinen GastschĂŒler in jede Unterrichtsstunde begleitet, was sehr interessant war. Mir wurde dadurch auch bewusst wie offen die Amerikaner mit ihren Lehrern umgehen, anders als wir hier in Deutschland.

Am Wochenende  habe ich mit meiner Gastfamilie einen Ausflug zur „Bishops Castle“ gemacht. Dieser Ausflug war sehr beeindruckend, weil man unterwegs gesehen hat, wie weit in den USA Alles auseinander liegt und warum jeder ein Auto Zuhause hat. Angekommen bei „Bishops Castle“ war ich absolut fasziniert, dass ein Bauwerk, wie dieses ĂŒberhaupt möglich ist. Denn Bishops Castle ist, wie der Name schon sagt, eine durch Herrn Bishop gebaute Burg – deutsche Bauvorschriften spielten bei dem Bau sicher keine Rolle. Herr Bishop baut an dieser Burg seit seiner Kindheit und ist heute sehr weit vorangekommen. Ich hatte sogar die Gelegenheit Herrn Bishop bei seiner „ Arbeit“ zu sehen, wĂ€hrend er dabei war, seinen Burggraben auszuheben. Aus den Schildern am Eingang der Burg kann man schließen, warum Herr Bishop diese Burg baut, denn er baut diese Burg als sein eigenes Land und gegen die Regierung. Ich bin sogar bis zum höchsten Punkt der Burg gestiegen ĂŒber Wendeltreppen, die öfters kein GelĂ€nder besaßen und sich gelegentlich unter meinem Gewicht verbogen. Schlussendlich war der Ausflug fĂŒr mich das Highlight in der 1. Woche, da ich gesehen habe was in Amerika alles möglich ist.  Ich denke,  dass es etwas Vergleichbares in Deutschland – allein aus SicherheitsgrĂŒnden – nie geben wird.

In der 2. Woche hatte ich meinen eigenen Stundenplan, ich musste nun alleine in Klassen gehen und mich den Lehrern vorstellen. Dies fiel mir leicht da wie o.g. die Lehrer so offen & nett sind, dass man gar keine BefĂŒrchtungen habe musste. Meine Stunden waren: AP Psychology, IPES, Weightlifting (Gewichtheben), 20th Century Literature, Math Modeling, ROTC.Ein weiterer Punkt, indem sich das amerikanische Schulsystem von dem Deutschen unterscheidet ist, dass es UnterrichtsfĂ€cher wie Weightliftingund ROTC gibt.ROTC ist eine Art SchĂŒlermilitĂ€r, indem die SchĂŒler lernen auf Kommandos zu hören und sich wie im MilitĂ€r zu bewegen haben. Dieses Prinzip, des SchĂŒlermilitĂ€rs, wĂ€re auch auf Deutschland nicht ĂŒbertragbar, da Deutschland aufgrund seiner Vergangenheit eher pazifistisch eingestellt ist.

In der 3. Woche waren wir, alle deutschen AustauschschĂŒler, mit unseren Lehrern in New Mexico. Dort wurde mir bewusst wie facettenreich Amerika ist, denn der Unterschied zwischen Colorado und  New Mexiko ist riesig. Colorado ist flach und trocken, New Mexiko hingegen ist mehr hĂŒgeliger aber auch trocken. Wir reisten in New Mexiko nach Santa Fe und nach Albuquerque. In Santa Fe besichtigten wir unter anderem das Kapitol. Auch besuchten wir das Earth Ship Project, das ist ein kleines Dorf gebaut aus Lehm&Stroh und Flaschen oder Dosen. Das Earth Ship Project ist eine umweltbewusste Lebensweise des 21. Jahrhundert und es war sehr inspirierend.

In der 4. Woche waren wir wieder in Pueblo und hatten einen neuen Stundenplan gestaltet nach unseren WĂŒnschen. Meine neuen Stunden waren: AP Psychology, AP Chemistry, Weightlifting, Accounting, Math Modeling, IPES. Am Dienstag dieser Woche gingen wir Raften im Arkansas. Das war ein unbeschreibliches Erlebnis, weil ich das noch nie selber gemacht habe und mir das nie so vorgestellt hatte. Am Mittwochabend war dann die Goodbye Party, wo man sich ein letztes Mal bedanken konnte fĂŒr Alles: bei den Gastfamilien und bei den Lehrern. Am Freitag hieß es „Time tosay Goodbye“ am Flughafen in Denver; es gab viele Umarmungen und auch TrĂ€nen sind geflossen. Ich selbst hatte auch gemischte GefĂŒhle, einerseits wollte ich zurĂŒck nach Hause andererseits hatte ich das GefĂŒhl, dass ich meine Gastfamilie vermissen wĂŒrde.

Schlussendlich saßen wir alle im Flieger und waren alle sehr eingeschlafen und freuten uns zum Großteil wieder zurĂŒck in Deutschland zu sein.

Ein ganz großes Dankeschön an Frau Moosbrugger, Herrn Sauter und Herrn Kressler die diesen Austausch möglich gemacht haben.

Pueblo 2014 von Victoria Geiger

Ich heiße Victoria und besuche mittlerweile die 11. Klasse des Remstalgymnasiums in Weinstadt.

Mit dem GAPP Programm meiner Schule habe ich im September im Rahmen eines Austausches insgesamt vier Wochen in Pueblo, Colorado (USA) verbracht. WĂ€hrend den drei Wochen, die wir uns in Pueblo aufhielten, wohnte ich bei den Nevole’s – Robin, eine alleinerziehende Mutter, mit ihren Töchtern Jessica, 18 – meine Austauschpartnerin, und deren Schwester Cheyenne, 14.

Wir wohnten in Pueblo West, circa 20 Autominuten entfernt von PuebloDowntown.

UngefĂ€hr zwei Wochen verbrachte ich mit Jessica an ihrer Schule, der Centennial High School. Dort hatte ich meistens meinen eigenen Stundenplan mit FĂ€chern, die ich mir bereits in Deutschland ausgesucht hatte, und die mir Frau Moosbrugger zu einem individuellen Stundenplan zusammenfĂŒgte.

Bei der Wahl entschied ich mich fĂŒr eher ausgefallenere FĂ€cher, die es soan meiner deutschen Schule in dieser Form nicht gibt und die ich gerne einmal ausprobieren wollte. So fiel meine Auswahl beispielsweise auf Geologie, Spanisch, Gitarre und Marketing. ZusĂ€tzlich ergriff ich die Chance einmal beim Autistenprogramm der Schule mitzuhelfen – was durchaus eine interessante Erfahrung war.

Dadurch, dass meine Gastmutter als Lehrerin fĂŒr Mathematik und Sport in der Schule arbeitete, konnte ich oft auch „hinter die Kulissen“ schauen und hatte mich an den typischen amerikanischen Schulalltag schnell anpasst.

Das große Sportangebot an der Schule hat mich von Anfang an fasziniert, obwohl ich selbst keinen Sport betreibe. Nach der Schule ging ich mit meiner Gastfamilie oft zu Volleyball-, Baseball, Softball-, Football-, oder Fußballspielen der JV- oder Varcity-Mannschaften der Centennial High. Meine Gastmutter war als MannschaftsĂ€rztin immer vor Ort, wĂ€hrend ich mich mit den Spielregeln der verschiedenen Spiele auseinandersetzte und mit Faszination das große Aufgebot der Cheerleader beobachtete –  fĂŒr mich als Deutsche etwas völlig Ungewohntes, was ich bisher nur aus den typisch amerikanischen Komödien kannte.

 

Trotz ihres straffenTagesablaufs nahm sich meine Familie die Zeit, mir die schönsten Flecken des Bundesstaates zu zeigen, ich genoss den Tagesausflug nach Salida, bei dem wir unter anderem eine Wanderung unternahmen, einen Ausritt mit Pferden machten und in der Hots Springs Therme baden gingen – nicht zu vergessen die leckeren Mahlzeiten. Mit Besuchen wie nach St. Elmo nehme ich nicht nur schöne Naturerinnerungen (inklusive Westernfeeling) mit, sondern auch kulturelle Erfahrungen. Viele historisch bedeutende StĂ€tten, die wir besichtigt haben, sind relevant fĂŒr meine letzten zwei Kursstufenjahre unddas Abitur. Das Ganze „live“ zu sehen, was man im Abitur behandelt, ist wie ich finde ist ein klarer Vorteil.

 

Bei meiner Gastfamilie hab ich mich immer wohl gefĂŒhlt und hatte auch immer das GefĂŒhl ein Teil der Familie zu sein.

Ich habees sehr geschĂ€tzt, dasssie so viel Zeit und Aufwand investiert hat, um meine Zeit so schön wie möglich zu machen. Viele nette GesprĂ€che mit Jessica ĂŒber unser gemeinsames Hobby Lesen, werden mir lange in Erinnerung bleiben.

Besondere Momente, die mir neben den zahlreichen AusflĂŒgen besonders gut gefallen haben, sind beispielsweise das gemeinsame Abendessen mit meinem „Gastonkel“ Chris, der extra fĂŒr mich ein leckeres Sauerkrautgericht gekocht hat, oder auch die gemeinsame Radtour mit Jessica und Robin, bei genialer Kulisse vor Colorados roten Felsen.

In der kurzen Zeit, die ich bei den Nevole’s verbrachte, habe ich mich so schnell an Sachen gewöhnt. Unser tĂ€glicher Schulweg in aller FrĂŒhe wird mir fehlen, genauso wie die restliche tĂ€gliche Routine, die fĂŒr mich zur Gewohnheit geworden ist: Das tĂ€gliche FrĂŒhstĂŒck in der Schule oder auch die zahlreiche Fahrten nach Beulah, um Cheyenne von der Schule abzuholen.

 

Unsere einwöchige Tour nach New Mexico war nicht zu unrecht ein langersehntes „Highlight“ unseres Trips. Nicht nur die spektakulĂ€ren PlĂ€tze wie die Tent Rocks, Sanddunes oder die Felshöhlen, sondern auch das Miteinander wĂ€hrend der Woche war ein tolles Erlebnis fĂŒr mich, denn so konnte ich auch die deutschen SchĂŒler besser kennenlernen. Wir haben uns zu einer wirklich tollen Gruppe entwickelt und sind auch nach dem Austausch öfter untereinander.Kulturelle Höhepunkte wie Taos Pueblo, Santa FĂ© oder Albuquerque werden mir vor allem durch die indianischen EinflĂŒsse in Erinnerung bleiben.

Ich wĂŒrde mich jederzeit wieder fĂŒr so einen Austausch entscheiden.

Mit meinen beiden Gastschwestern habe ich regelmĂ€ĂŸig Kontakt, ich hoffe dass ich sie bei GAPP 2016 in Deutschland wiedersehen werde!